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Väter an den Start - Papa sein von Anfang an...

Beitrag vom Jahresbericht der KEB


Väter mit ihren Kindern beim Nachtreffen im Familientreff Martinistraße

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Die Bedeutung von Vaterkurs-Angeboten

Es ist mittlerweise unstrittig, dass Väter im Umgang mit Säuglingen und Kleinkindern über die gleichen elterlichen Fähigkeiten verfügen, wie die Mütter (z. B. Borke, 2002; Frodi et al., 1978; Papoušek & Papoušek, 1987). Aber genau wie viele Mütter, wünschen sich auch Väter eine gute Vorbereitung, damit sie den Übergang zur Elternschaft und die Zeit mit dem Kind gut gestalten und genießen können (Borke, 2008), und sie können auch sehr von dieser profitieren.

Auch lässt sich ein Wandel der Anforderungen, die an Väter gestellt werden, beobachten. Durch den Wegfall der Großfamilien, in denen immer viele Personen verfügbar waren, die sich um die Kinder kümmern konnten, gibt es immer weniger vertraute Personen, die in der Übergangsphase zur Elternschaft um Unterstützung und Hilfe gebeten werden können. Folglich ist ein stärkeres Engagement der Väter notwendig, um diese Zeit gut gestalten zu können. Väter geben aber auch verstärkt an, dass sie gerne mehr von der Entwicklung ihrer Kinder mitbekommen und sich an der Erziehung und Pflege beteiligen möchten.

Auf der anderen Seite stehen sie aber auch häufig unter einem großen beruflichen Druck und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist oft nur schwer bzw. unter größerem Stress hinzubekommen zumal viele Väter sich durch das Kind noch stärker in der Rolle des finanziellen Absicherers der Familie erleben und diese Rolle auch gerne wahrnehmen möchten. Es ist daher für Väter oft gar nicht so leicht ihre Position zu finden. Eine gute Vorbreitung mit der Partnerin aber auch ein Austausch mit anderen Vätern können dabei helfen, dass die Übergangszeit zur Vaterschaft gut gemeistert werden kann.

Dr. Jörn Borke (Dipl.-Psych.; wissenschaftlicher Mitarbeiter am Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) sowie Projektmitarbeiter der Katholischen Erwaschenenbildung (KEB) im Projekt Väter an den Start)

 

Literatur

  • Borke, J. (2002). Ansichten von Müttern und Vätern über Interaktionen in der frühen Kindheit. Diplomarbeit, Universität Osnabrück, Fachbereich Humanwissenschaften.
  • Borke, J. (2008). Kindliche Regulationsschwierigkeiten und elterliches Wohlbefinden in der Übergangsphase zur Erstelternschaft. Dissertation, Universität Osnabrück. Veröffentlicht unter http://elib.ub.uni-osnabrueck.de/publications/diss/E-Diss847_thesis.pdf.
  • Frodi, A. M., Lamb, M. E., Leavitt, L. A., & Donovan, W. L. (1978). Fathers’ and mothers’ responses to infant smiles and cries. Infant Behavior & Develpment, 1, 187-198.
  • Papoušek, H., & Papoušek, M. (1987). Intuitive parenting: A dialectic counterpart to the infant’s integrative competence. In: J. D. Osofsky (Ed.), Handbook of infant development (pp. 669-720). New York: Wiley.