Beitrag vom Jahresbericht der KEB
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Im Folgenden sollen einige wissenschaftliche Studien dargestellt werden, die sich mit dem Übergang zur Elternschaft und Veränderungen in der Partnerschaftsqualität beschäftigt haben:
Es kann aber nicht davon ausgegangen werden, dass die Partnerschaftsqualität während des Übergangsprozesses zur Elternschaft generell als problematisch empfunden wird. So konnte gezeigt werden, dass das mittlere Niveau in den ersten Jahren mit Kind durchschnittlich im Wertebereich „glückliche Paare“ liegt (Gloger-Tippelt & Huerkamp, 1998).
Ob und in welcher Weise sich die Partnerschaftsqualität während des Überganges zur Elternschaft verändert, hängt von vielen unterschiedlichen und sich gegenseitig beeinflussenden Faktoren ab. Im Folgenden werden einige Studien dargestellt, die den Versuch unternommen haben, diese Faktoren näher zu bestimmen.
| Hauptbefunde | Studie |
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Als allgemeine günstige Variablen für Wohlbedingen während des Übergangs zur Elternschaft zeigten sich:
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Reichle & Werneck (1999) |
| Positiver Zusammenhang des Alters der Paare, der Beziehungsdauer sowie der Bildung mit einer Stabilität der berichteten Partnerschaftsqualität während des Übergangs zur Erstelternschaft. Das Temperament des Kindes hatte dabei einen Einfluss auf die erlebten Belastungen aber keinen direkten auf die Partnerschaftszufriedenheit. Bei Paaren mit einer nicht gefestigten Persönlichkeit und Partnerschaft scheint demnach ein größeres Risiko zu bestehen, dass die Paarzufriedenheit durch den einschneidenden Veränderungsprozess des Übergangs zur Elternschaft zeitweise beeinträchtigt wird. | Moss et al. (1986) |
| Differentieller Verlauf vom Wohlbefinden in der Partnerschaft je nach Wahrnehmung des Paarklimas und der erhobenen Beziehungskompetenz der beiden Partner. Wenn beide Partner das Paarklima als positiv ansahen und über Beziehungskompetenzen verfügten, dann bestand eine hohe Paarzufriedenheit und es konnte kein Absinken während des Übergangs zur Erstelternschaft gefunden werden. In den Fällen, in denen ein Partner ein positives Klima angab und gute Beziehungskompetenzen zeigte und der andere Partner nicht, bestand eine eher mittlere Zufriedenheit mit der Partnerschaft und es kam zu einem Absinken während des Übergangsprozesses zur Erstelternschaft. Berichteten beide Partner über ein eher schlechtes Klima und zeigten eher wenig Beziehungskompetenz, so ließ sich eine geringe Partnerschaftszufriedenheit finden sowie ein starkes Absinken während des Übergangsprozesses zur Erstelternschaft. | Schneewind & Sierwald (1999) |
Es finden sich also sowohl persönlichkeitsbezogene Merkmale als auch umgebungsspezifische Einflüsse und es ist davon auszugehen, dass in jeder Familie ein individuell erzeugtes Muster, entstanden durch die permanente Wechselwirkung aller beteiligten Faktoren, vorliegt.
Einige Studien zeigen, dass bei Männern in der Übergangsphase zur Elternschaft eine zeitweise Unzufriedenheit bezüglich der Abnahme von sexuellen Kontakten und emotionaler Zuwendung zu verzeichnen ist (Bauer, 1992). Ein verringerter verbaler Austausch scheint für sie eher eine geringere Bedeutung hinsichtlich der empfundenen Partnerschaftsqualität zu haben. Bei Frauen konnten Zusammenhänge zwischen Einschränkungen der gesamten partnerschaftsbezogenen Bedürfnisse, allerdings eher mit Ausnahme der Sexualität, und berichtetem Rückgang der Partnerschaftsqualität gefunden werden (Reichle, 1991; Reichle & Montada, 1994). Dies kann damit erklärt werden, dass Mütter häufig eine engere und körperlichere Beziehung zu dem Säugling haben und dass ihr sexuelles Interesse gegenüber dem Partner in dieser Zeit häufig in dieser Zeit nicht so präsent ist. Eine Situation, die für Väter unter Umständen als Mangel und Ausgrenzungsproblem erlebt wird.
Einige Studien belegen, dass Eltern nach der Geburt des ersten Kindes eine eher klassische Rollenaufteilung zwischen Vater und Mutter gestallten (Fthenakis, Kalicki & Peitz, 2002). Das ist auch bei den Familien mehrheitlich der Fall, die sich dies vorher anders gedacht und gewünscht haben. Dies kann eine Quelle für zeitweilige Unzufriedenheit und damit auch abnehmendes Wohlbefinden und nachlassender Partnerschaftszufriedenheit sein. Bei Paaren, die diese traditionelle Rollenaufteilung bewusst gewählt und gewünscht haben, konnte hingegen sogar ein Anstieg der nachgeburtlichen Partnerschaftszufriedenheit gefunden werden (Feldman, 1971). Wichtig erscheint hier in jedem Fall ein guter Austausch zwischen den Eltern, damit für die Familie ein jeweils individueller Weg gefunden werden kann, um die Rollen so aufzuteilen, dass alle damit möglichst zufrieden sein können.